Glockenzier

Aus Mittelalter-Lexikon
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Glockenzier. Die Glockenoberfläche bietet sich zur Ausgestaltung mit Schrift und bildlicher oder ornamentaler Zier geradezu an – wenngleich sie hoch droben im Glockenstuhl der Betrachtung entzogen ist. Für das MA. galt dies umsomehr, als der Glocke ein Nimbus des Übersinnlichen anhaftete und ihr apotropäische Macht zugesprochen wurde. Schrift und Dekor änderten sich im Laufe der Zeit. So ging man z.B. vom ®Fadenrelief (einer Ritzzeichnung) zum plastischen Relief über, traten neben religiöse Inschriften (Glockensprüche, Gebetsformeln, Heiligennamen) Wappen und Namen der Stifter, wurde auch die ursprünglich rein zweckgebundene Glockenkrone mit plastischem Dekor geschmückt. Bei der Schrift ging man von der romanischen Inschriften-Majuskel zu der gotischen Textur-Minuskel über.