Greifswald

Aus Mittelalter-Lexikon
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Greifswald' (mndd. Gripeswolde, nach ihrem Wappentier, dem pommerschen Greifen/Gryps). Ca. 4 km. oberhalb der Mündung des kleinen Flüsschens Ryck (im MA. Hilda geheißen) in eine seichte Ostseebucht (den Greifswalder Bodden) entstand vor 1241 eine zur benachbarten Zisterzienserabtei Eldena (gegr. 1199) gehörige Siedlung, die ihren Ursprung der hier aus dem Boden quellenden Salzsole verdankt. Der Ort ist erstmals 1248 als "oppidum Gripheswald" belegt, wurde 1250 nach Lübischen Recht zur Stadt erhoben, 1264 mit der ab 1255 im Westen erstandenen Neustadt vereinigt und mit einer Mauer umgeben. Der Wohlstand der Stadt gründete in der Salzgewinnung und im Fernhandel. 1278 trat Greifswald der Hanse bei. Deren Tagungen ("Hansetage") fanden zwischen 1310 und 1363 achtmal in Greifswald statt. Die Greifswalder Universität, nach Rostock die zweitälteste Norddeutschlands, geht auf das Jahr 1456 zurück. Initiatoren waren Herzog Wartislaw IX. und der Greifswalder Bürgermeister Heinrich Rubenow.
Für den Reichtum der Stadt im HMA. und SMA. sprechen die erhalten gebliebenen Bauten: die got. Marien-, Jakobi- und Nikolaikirche (sämtlich 13./14. Jh.), das got. Rathaus (14. Jh., barockisiert), gotische Bürgerhäuser und Reste der Stadtbefestigung.