Höhlenburg

Aus Mittelalter-Lexikon
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Höhlenburg (Grottenburg). Inmitten einer Steilwand gelegene natürliche Höhlen oder Felsüberhänge wurden seit Urzeiten als Zuflucht und feste Behausung benutzt und auch im MA. zu ständig bewohnten Burgen ausgebaut. Die Höhlenöffnung war entweder ganz durch eine Mauer geschlossen oder bildete den Rahmen für eigenständige, oft mehrgeschossige Burgbauten mit jeweils eigenem Dach. Der Zugang fand meist über eine angestellte einziehbare Leiter oder einen halsbrecherischen Felsenpfad und durch eine niedrige, bewehrte Tür statt.
Mit den Burgen in natürlichen Höhlen sind die Burgen verwandt, die in künstlich ausgehauenem Felsgestein angelegt und mit zusätzlichem Mauerwerk erweitert wurden.
Beispiele für Höhlenburgen: Kronmetz (an der Mündung des Val di non ins Etschtal), Lueg (bei Adelsberg/Postojna in Slowenien), Corona (am Ostabhang des Brentastockes), Wichsenstein und Krottenstein (auf der Westseite des ostschweizerischen Rheintales), das Puxer Loch (in Kärnten), Fragstein (in der Clus, einer Schlucht in Graubünden), Stein (an der Traun) und Kronmetz (in Südtirol).
Beispiele für ausgehauene Burgen (Felsenburgen): Rotenhan (bei Ebern/Ufr.), Altwindstein, Hohbarr, Klein-Arnsberg, Falkenstein, Fleckenstein, Waldeck (in den Vogesen), Landstuhl, Neuscharfeneck, die Dahner Burgen (Rheinpfalz), Regenstein (Harz), Friedstein, Habstein, Bürgstein (Böhmen).
Eine Mittelstellung zwischen Höhlen- und ausgehauenen Burgen repräsentieren: Buchfahrt (südl. Weimar), Michelsberg (a.d. Mosel), Wolkenstein (im Grödener Tal/Tirol).