Halsgraben

Aus Mittelalter-Lexikon
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Halsgraben. Burgen, die einer steil abfallenden Felsklippe als "Spornburg" aufsaßen, sicherten sich gegen das – oft ansteigende – Hinterland durch einen Wehrgraben, "Halsgraben" genannt. Die Bezeichnung dürfte von dem Bild der halsartigen Einengung zwischen Burg (Kopf) und Bergseite (Schulter) abgeleitet sein. (In Heinrich von Veldeckes "Eneide" [118, 34] steht: „Daz was doch diu meiste arbeit, daz der hals durchbrochen wart, want der fels der was hart“ und [119, 16]: „Dorch den hals sie gruben Zu der selben zite Graben vile wite Tiefe und werehaft“.) Das beim Aushauen des Halsgrabens aus dem gewachsenen Fels gewonnene Gestein konnte beim Burgenbau nebenan verwendet werden. Über den Halsgraben führte eine Zugbrücke zum Burgtor. (Beispiel: Burg Aggstein in der Wachau.) Wo der Hals sehr lang war, konnten auch zwei oder drei Gräben mit entsprechend vielen Torbauten und Brücken angelegt werden (Beispiel: Schalksburg, Wttbg.).