Hans Schiltberger

Aus Mittelalter-Lexikon
Wechseln zu: Navigation, Suche

Schiltberger, Hans (um 1380 - um 1440). Sproß eines bayer. Adelsgeschlechts aus der Gegend um Freising. Er ließ sich 15-jährig für den Zug König Sigmunds von Ungarn gegen die Türken anwerben, geriet in der Schlacht von Nikopolis (28.9.1396) in türk. Gefangenschaft und verbrachte 31 Jahre in Diensten türk. und mongol. Potentaten. In dem ersten Teil seines "Reisebuchs" (1473 erschienen) berichtet er von seinen Reisen im Auftrag seiner neuen Herren, die ihn nach Kleinasien, Ägypten, Turkestan, auf die Krim und in den Kaukasus führten. Der zweite Teil enthält eigene Erkenntnisse und Buchwissen über Geschichte, Geographie, Religion sowie Phantastisches aus den Ländern vom Balkan bis zur Tartarei. Den Schluss bilden Angaben über Sprachen, Sitten und Religionen der Länder, durch die ihn sein Fluchtweg führte, also Griechenlands, Georgiens und Armeniens. Schiltbergers Bericht ist in fünf Handschriften und fünf Inkunabeln überliefert. Textbeispiel aus dem "Reisebuch" (Die vier Flüsse des Paradieses): "Von den vier wassern han ich treu gesehen: das ein ist Nilus, das ander Tigris, das tritt Eufrates; und in den landen do die wasser durch rynnen, da pin ich gewesen manichs jar und han guts und args versucht, davon vil ze sagenn were."