Heilsbronn (Kloster)

Aus Mittelalter-Lexikon
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Heilsbronn. An der Nahtstelle der Diözesen Bamberg, Eichstätt und Würzburg gründete 1132 Bischof Otto I. von Bamberg – zur Stärkung seines Einflusses – in dem Ort Haholdesbrunn, nahe den Schwabachquellen, ein Zisterzienserkloster. Der auf einen Grundherren des 8. Jh. namens Hahold zurückgehende Ortsnamen wurde von den frommen Mönchen in Heilsbronnen (fons salutis) umgedeutet. Die Besiedlung des Klosters erfolgte durch Zisterzienser aus Ebrach. Unter den Staufern wurde das Kloster königlichem Schutz unterstellt; danach übernahmen die Grafen von ®Abenberg, später die Burggrafen von Nürnberg aus dem Hause Hohenzollern die Schirmvogtei. Sie nutzten vom Ende des 13. Jh. an das Münster als Grablege.
Das Münster, St. Marien und St. Jakobus geweiht, war für zisterziensische Verhältnisse ungemein reich mit Kunstschätzen ausgestattet, so u.a. mit 29 gotischen Altären und mit künstlerisch hochwertigen Hochgräbern mit Liegefiguren. Das südliche Seitenschiff wurde 1412-33 in eine zweischiffige Grablege (Mortuarium) umgewandelt. Der Konvent besaß Güter in 292 Orten zwischen Main und Donau, sechs Stadthöfe und das Patronat über 37 Pfarreien. Als agrarischer Großbetrieb versorgte es vor allem die Stadt Nürnberg mit Erzeugnissen des flachen Landes. Der Rang des Klosters erhellt aus der Tatsache, dass es während des päpstl. Exils in Avignon eine Führungsrolle innerhalb des Zisterzienserordens spielte. Auf dem vielbegangenen Pilgerweg zwischen Nürnberg und Rothenburg gelegen, war Heilsbronn ein hochrangiges Etappenziel mit eigenem Pilgerspital.
Von den ma. Bauten des im 16. Jh. säkularisierten Klosters sind erhalten: das Münster (dreischiffige roman. Basilika mit gotischen Anbauten); das Refektorium (1230/40); das Dormitorium (ab 1479); die Klostermühle (Fundamente 12. Jh.; erste urkundl. Erwähnung 1336); die Spitalkapelle (1266 erstmals erwähnt; 1708 mit einer pittoresken Fachwerkaufstockung versehen); Teile der Klostermauer.