Heinrich von Plauen (Komtur)

Aus Mittelalter-Lexikon
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Heinrich von Plauen (um 1370 - 1429). Der Sohn eines vogtländischen Ministerialengeschlechts war 1391 als junger Kreuzfahrer nach Preußen gekommen und in den Deutschritterorden eingetreten. Er diente zunächst in der südl. Grenzfestung Nessau, stieg danach in Schwetz an der Weichsel 1399 zum Komtur auf. Der Schlacht von Tannenberg (am 15. Juli 1410) waren er und seine 3.000 Ritter und Knechte zwecks Rückendeckung und Nachschubsicherung ferngeblieben. Als er von der Niederlage des Ordensheeres erfuhr, führte er seine Truppen in Eilmärschen zu der von ihrer Mannschaft entblößten Marienburg und organisierte den Widerstand gegen den anrückenden Polenkönig Jagiello. Trotz ungeheurer Übermacht mussten Jagiello und seine Verbündeten die Belagerung erfolglos abbrechen. Am 9. November 1410 wurde Heinrich vom Wahlkapitel zum Hochmeister gewählt. Am 1. Februar 1411 handelte er auf der Weichselinsel bei Thorn mit König Jagiello einen "ewigen" Frieden aus. In diesem 1. Frieden von Thorn wurde der Orden zu Reparationszahlungen und zur Herausgabe Samogitiens an Litauen, befristet auf die Lebensdauer Jagiellos, verpflichtet. Heinrichs anschließender Versuch, die Kriegsentschädigungen durch erhöhte Steuern einzutreiben und die Organisation des Ordens zu reformieren, scheiterte am Unwillen der Städte und an der Trägheit der durch Krieg und Entbehrung erschöpften Ritter. Unter allerlei erfundenen oder halbwahren Anschuldigungen wurde er Anfang Januar 1414 seines Amtes enthoben, kam bis 1422 in Haft auf der Festung Brandenburg und endete sein Leben als unbedeutender Amtsträger in Lochstädt.