Hellweg

Aus Mittelalter-Lexikon
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Hellweg (mhd. hellwec = Weg zur Hölle; ursprgl. Weg, auf dem die Leichen gefahren werden; Heerweg; nach andereren Deutungen "lichter Weg" oder Salzweg [halweg]). Im MA. wurden Königsstraßen (viae regiae) und Heerstarßen (stratae publicae) in Westfalen häufig "Hellweg" genannt. Deren bekanntester war die Heerstraße, die von Flandern über den Niederrhein und Köln über Dortmund und Soest nach Paderborn, und von dort über Hildesheim oder über Goslar nach Magdeburg an der Elbe führte. Ein anderer Hellweg verband Dortmund über Münster und Osnabrück mit Bremen. Hellwege hatten die Breite einer Speerlanze und waren relieforientierte, nicht siedlungsorientierte Fernwege, die meist dem Hangfuß von Tal- und Stufenhängen folgten. Ihre Trasse richtete sich nach naturgegebenen "Zwangspunkten" wie Furten, Pässen oder Passagen durch Sumpf- und Moorgebiete. An ihrem Verlauf entstanden Pfalzen, Handelsniederlassungen, Burgen und Märkte. Viele dieser befestigten Neusiedlungen wurden alsbald zu Bischofssitzen erhoben und entwickelten sich zu Städten.