Holzschuhmacher

Aus Mittelalter-Lexikon
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Holzschuhmacher (mhd. holz-schouher, -schuoster; mlat. calopedarius). Eigentlich ein Holzschnitzer, dessen Produkte im MA. vor allem bei der ländlichen Bevölkerung weit verbreitet waren. Holzschuhe waren entweder aus einem Stück geschnitzt, oder sie bestanden aus einer Holzsohle mit ledernem Oberteil. In den Städten trugen auch Bessergestellte hölzerne Unterschuhe auf hohen Klötzen ("Trippen"), um ihr feines Schuhwerk vor dem Straßenkot zu schützen. Ausgangsmaterial waren Weiden-, Fichten-, Birken-, Erlen-, Pappel- oder Nussbaumholz. Aus grob zugehauenen Klötzen wurde mit dem Breitbeil der Rohling geformt. Auf der Schnitzbank wurden dessen Aussenseiten mit dem Schabeisen geglättet und der Innenraum mit einem Spiralbohrer und mit einem Ringmeißel ausgehöhlt. Zur Verbesserung der Haltbarkeit konnte ein Teeranstrich aufgetragen werden, der Verzierung dienten auf dem Schuhrücken eingeschnitzte Muster. Hölzerne Sandalen konnten eine einteilige Sohle haben oder eine, die aus zwei, mittels eines Lederstreifens gelenkig verbundenen Teilen bestand.