Hubertus

Aus Mittelalter-Lexikon
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Hubertus (um 655 - 727). Wahrscheinlich aus fränk. Hochadel stammend, seit 706 als Nachfolger seines ermordeten Lehrers Lambert Bischof von Maastricht. 717/18 verlegte er den Bischofssitz nach Lüttich, das ihm seinen wirtschaftl. Aufstieg verdankt und ihn posthum zum Stadtpatron erhob. Da Lambert schon bald als Märtyrer verehrt wurde, ließ Hubert dessen Gebeine von Maastricht nach Lüttich überführen, wo er für den wachsenden Lambert-Kult eigens eine prächtige Stiftskirche errichtete. Als "Apostel der Ardennen" bekehrte er dort die letzten Heiden.
Der – ursprünglich auf St. Eustachius gemünzten – Sage nach wurde er als Jüngling zum Christentum bekehrt, als ihm bei feiertäglicher Jagd ein weißer Hirsch mit einem strahlenden Kreuz im Geweih erschien. 825 wurden die Gebeine Huberts in das Kloster Andagium (Ardennen) überführt, das bald zum Wallfahrtsort wurde und sich in St. Hubert umbenannte. Der Hubertus-Kult verbreitete sich in der Diözese Lüttich, in der Eifel, in den Ardennen, in Luxemburg, in Lothringen, Westfalen, im Bergischen Land und den Ländern um Trier, Köln und Jülich. Vom 11. Jh. an wurde er als Schutzheiliger der Jäger verehrt (Gedenktag 3. November; Attribute: Hirschkopf mit Kreuz im Geweih, gelegentlich Hund, Jagdhorn, Schlüssel oder Buch). Seit dem 10. Jh. wurde St. Hubertus als Helfer gegen die Hundswut angerufen. Mit glühenden "Hubertusschlüsseln" wurden vielerorts Hunde gegen die Tollwut gebrannt.