Ibn Fadlan

Aus Mittelalter-Lexikon
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ibn Fadlan (Ahmad ibn Fadlan ibn al-Abbas ibn Raschid ibn Hammad, 10. Jh.) war ein arab. Rechtsgelehrter, Diplomat und Forschungsreisender, der für seinen Herrn, den Sultan al-Muqtadir, im Jahre 921 zum Khanat der Chasaren und zum Reich der Rus reiste und einen ausführlichen Bericht über deren Alltagsgewohnheiten, Religion und Bräuche verfasste. (Das Chasarenreich lag zwischen Schwarzem Meer und Kaspischer See und nördl. davon bis hin zum Reich der Rus.) Er berichtete, dass die Chasaren hauptsächlich vom Fernhandel lebten (mit Pelzen, Wolle, Getreide, Honig, Sklaven) und dass zumindest die Oberschicht sich zum jüdischen Glauben bekannte. Die Rus (Rusiyyah) nennt er „die schmutzigsten Geschöpfe Allahs“. Von der Bestattung eines ihrer Anführer schrieb er, dass dieser in einem Boot verbrannt wurde, und dass sich die Trauergäste bis zur Besinnungslosigkeit mit einem eigens eingebrauten Bier, genannt Nabid, betranken. (Möglicherweise war dem Gebräu Bilsenkraut beigemengt, das zu Halluzinationen führt.)