Illuminator

Aus Mittelalter-Lexikon
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Illuminator (v. lat. illuminare = erleuchten). Mönchskünstler ma. Schreibstuben, der Handschriften durch Malereien ausschmückte, deutete und kommentierte. Schreiber (scriptor) und Illuminator waren häufig identisch und wurden dann auch miniator genannt (s. Buchmalerei). Im SMA. kam zusammen mit der Verbreitung der Massenware Papier das weltl. Handwerk des Briefmalers (mhd. briever; lat. breviarius, illuminator) auf, der auf einem – gemessen an der Kunst seiner klerikalen Vorläufer – weniger anspruchsvollen Niveau den Bedarf einer bürgerlichen Kundschaft an kurzen Schriftstücken (Briefen), Urkunden, Wappen, Heiligenbildchen und Spielkarten deckte. Briefmaler sind bezeugt in Ulm (1402), Augsburg (1418), Nürnberg und Nördlingen (1428), Straßburg (1440) sowie in Basel, Konstanz, Freiburg, Speyer, Eßlingen, Regensburg, Leipzig und Köln. Sie verkauften ihre Erzeugnisse auf Märkten (Briefkramer) und begannen sich bald in Zünften zu organisieren. Von der Mitte des 15. Jh. an gingen die Illuminatoren zur Holzschnitt-Technik über und wurden nun Briefdrucker, Heiligendrucker oder Kartendrucker bzw. -macher genannt.