Ingolstadt

Aus Mittelalter-Lexikon
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Ingolstadt. Die Donau war im Ingolstädter Becken, in der Gegend zwischen Neuburg und Vohburg, in viele Arme aufgespalten, bot daher günstige Übergangsmöglichkeiten und hatte schon in frühgeschichtlicher Zeit den Handelsverkehr der Bernstein- und der Salzstraße angezogen. Folgerichtig entstanden Siedlungen, die durch Gräberfelder und andere Bodenfunde belegt sind. Um 800 ist ein karolingisches Kammergut bezeugt, der Ort selbst wird erstmals 806 als "Villa Ingoldestat" erwähnt. Aufgrund der günstigen Lage an einem Donauübergang und an der Kreuzung zweier Handelsstraßen sowie durch einen blühenden Handel – vor allem mit Eisen, Salz und Wein – kam Geld in den Ort, der schon und um 1250 durch die Wittelsbacher Herzöge das Stadtrecht verliehen bekam. Dieses wurde 1312 von dem großen Förderer der Stadt, Herzog Ludwig von Bayern, nochmals bestätigt und durch Markt-, Zoll- und Steuerprivilegien aufgewertet. Von 1392 bis 1447 beherbergte Ingolstadt die Residenz der Herzöge von Bayern, 1472 wurde hier die erste bayer. Landesuniversität gegründet.
Herausragende ma. Baulichkeiten sind die Überreste des Alten Schlosses (Herzogskasten, 13. Jh.), das Neue Schloss (Backsteinbau, erbaut 1418 bis ca. 1490), die Moritz- und die Minoritenkirche (13. Jh) und die Liebfrauenkirche (spätgot. Backstein-Hallenkirche, begonnen 1425).