Johannes XII. (Papst)

Aus Mittelalter-Lexikon
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Johannes XII. (Octavian, 937 - 964; Papst 955 - 964). Aus dem röm. Adelsgeschlecht der Tusculaner, wurde 16-jährig zum Papst erhoben und war einer der übelsten Vertreter des Papsttums. Es gab keine Verwerflichkeit, die ihm von seinen Zeitgenossen nicht zugetraut worden wäre. Nachdem er sich so verhasst gemacht hatte, dass er ständig um sein Leben fürchten musste, rief er den dt. König Otto I. zu Hilfe, der daraufhin (und zur Lösung polit. Fragen) seinen 2. Italienzug (961) unternahm. Als Otto nach seiner Krönung zum Kaiser (2. Februar 962) Rom verlassen hatte, verbündete sich Johann mit dessen Feinden. Vor dem zurückkehrenden Kaiser floh der Papst unter Mitnahme des Kirchenschatzes. Am 6. November 963 berief Otto eine Synode in St. Peter ein, auf der dem Johannes unter der Anklage von Mord, Meineid, Sakrileg, Unzucht, Inzest, Simonie, Eidbruch und anderen Delikten der Prozess gemacht wurde. Die Verurteilung und Absetzung erfolgte in Abwesenheit des Beklagten. Zum Nachfolger wurde Leo VIII. gewählt, der bisher Laie war und in Eile alle Weihen empfing. Als Otto Rom wieder verlassen hatte, kehrte Johannes zurück, exkommunizierte den flüchtigen Leo und ließ alle, die an seiner Verurteilung Anteil gehabt hatten, verstümmeln oder exekutieren. Am 14. Mai 964 starb Johannes XII., wie es heißt, von einem wütenden Ehemann in flagranti ertappt und mit einem Hammer erschlagen.