Kämpferkapitell

Aus Mittelalter-Lexikon
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Kämpferkapitell (mhd. käpfer, kepfer, kapfer = Kragstein, Balkenhaupt). Zwischen den breiten Bogenfuß und das Säulenkapitell eingeschobener Steinblock mit trapezförmig sich nach oben verbreiternden Seitenflächen. Erfindung byzantinischer Baukunst des 6. Jh., von der Romanik aufgenommen. Die Seitenflächen des Kämpfers waren ursprünglich glatt, später auch ornamental (St. Vitus im Kloster Gröningen, S-A), floral (Ravenna, S. Vitale) oder figural (Berchtesgaden, Kreuzgang der Stiftskirche) ausgestaltet. Kämpferartige Zwischenstücke vermitteln manchmal bei romanischen Säulen zwischen Kapitell und Deckplatte (St. Michael, Hildesheim). In der Gotik veschmelzen Kämpfer und Kapitell zu einer Einheit.