Kärnten

Aus Mittelalter-Lexikon
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Kärnten. Landschaft im Südosten des Deutschen Reiches, war unter röm. Herrschaft Teil der Provinz Norikum. Im 6. Jh. drangen slaw. Stämme (Karantaner) ein, die sich dem Awarenreich unterstellten, im 8. Jh. unter die Herrschaft der Bayernherzöge kamen und in der Folgezeit christianisiert und germanisiert wurden. 876 wurde Kärnten durch Karlmann, den Sohn Ludwigs d. Deutschen und König von Ostfranken, zum Herzogtum erhoben. Im 10. Jh. kam es zu verheerenden Einfällen der Ungarn, die das Land verwüstet hinterließen. Unter Kaiser Heinrich II. wurde das Hzgtm. von Bayern abgetrennt und dem Markgrafen Adalbero von Eppenstein verliehen, um die Macht der Bayernherzöge zu begrenzen. Unter der Witwe Heinrichs III. wurde Kärnten dem schwäb. Grafen Berthold von Zähringen übergeben. Bis zum 13. Jh. konnte sich keine dynastische Erbfolge etablieren, da die Herzöge von Kärnten direkt von den Kaisern ernannt wurden. 1286 kam Kärnten an die Grafen von Tirol, 1335 an die Habsburger, konnte sich jedoch als rechtlich selbständiges Staatswesen erhalten. Im 15. Jh. wurde Kärnten während der Raubzüge osmanischer Türken verwüstet.