Kaiserschnitt

Aus Mittelalter-Lexikon
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Kaiserschnitt (Der Begriff erscheint erstmals in einer wissenschaftl. Veröffentlichung von 1581, und basiert auf einer röm. Legende, derzufolge der Name des Gaius Julius Caesar daher kommen soll, dass er durch Schnittentbindung zur Welt gekommen sei [Plinius: " a caeso matris utero"; lat. caedere = schneiden, davon caesares oder caesones = Schnittlinge]). Die Schnittentbindung wurde als geburtshilfliche Leistung von Hebammen durchgeführt, und zwar fast ausschließlich beim Tod der Mutter (s. Geburt). Nur in seltenen Fällen wurde er als ultima ratio bei der lebenden Mutter angewandt, um das Leben des Kindes um jeden Preis zu retten. Dabei war die Überlebenschance der Frau äußerst gering. Ma. Berichte über die Operation reichen bis ins 10. Jh. zurück. Um 1300 gibt Bernhard von Gordon in seiner Schrift "Practica sive lilium medicinae" eine frühe Beschreibung des K. Etwa von 1480 stammt die Anleitung in einer Hebammenordnung, worin Indikation, Schnittführung, Entwicklung des Kindes, Wundnähte, Verband und – „wenn sie es überleben sollte und sie zur Besinnung kommt“ – eine stärkende Diät für die Mutter beschrieben sind. Durch Kaiserschnitt zur Welt gekommen ("ingeniti") sind belegtermaßen Bischof Gebhard II. von Konstanz (949-995) und Abt Purchart von St. Gallen (gewählt 958).
Wohl von einem Sonderfall handelt ein Bericht aus dem schwäbischen Medingen von 1350, demzufolge eine wegen Hostienfrevels angeklagte Margareta Ebnerin „da sy vervrdeult ward zu dem tod, da schnaid man ain kind vor von ir, daz ward gedaufft, vnd man verprant sy.“