Karrasche

Aus Mittelalter-Lexikon
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Karrasche (ital. caroccio = Karren, Streitwagen; v. lat carruca). Bezeichnung für einen ma. Fahnenwagen, der in Schlachten als Feldzeichen, Wegweiser und Sammelpunkt mitgeführt wurde. Er bestand aus einem vierrädrigen Pritschenwagen, auf dem ein hoher Mast aufgerichtet war, der – weithin sichtbar – das Feldzeichen trug. Damit der Wagen vom Feind nicht umgestürzt werden konnte, wurde er zu Beginn des Treffens an seinen vier Ecken an Pfosten vertäut, die in die Erde gerammt waren. Wurde die Karrasche vom Feind genommen oder auch nur umgestürzt, galt die Schlacht als verloren.
Kaiser Friedrich II., der 1237 in der Schlacht von Cortenuova die Mailändischen Truppen geschlagen und deren Fahnenwagen erbeutet hatte, ließ diesen nach Rom überführen und auf dem Kapitol als glänzendes Beutestück zur Schau stellen - "zur Ächtung des Feindes ... zum Ruhme der Stadt und aus Liebe zu ihr" (zit. nach Chiara Frugoni).