Kassel

Aus Mittelalter-Lexikon
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Kassel. In einer fruchtbaren, von der Fulda durchflossenen Niederung (dem Kasseler Becken) zwischen Habichtswald und Kaufungerwald, hatten die Franken nahe einer Furt einen ihrer Königshöfe eingerichtet, der für 913 als Chassalla (v. lat. castella) urkundlich belegt ist. Kaiser Heinrich II. schenkte den Ort 1008 seiner Gemahlin Kunigunde, die den Besitz dem Kloster Kaufungen stiftete. Eine erste Ummauerung wurde 1152 fertiggestellt. 1189 bekam der Ort durch den Landgrafen von Thüringen die Stadtrechte verliehen. Nach 1247 richtete Heinrich, der erste hessische Landgraf, hier seine Residenz ein, und ließ die neue Burg (1277) sowie die Unterneustadt (vor 1283) am rechten Fuldaufer anlegen und eine Brücke über die Fulda schlagen (Ende 13. Jh.). Um 1330 entstand nordwestl. der Altstadt mit der "Freiheit" eine dritte Stadt. 1378 wurden die drei Städte zu einem Gemeinwesen zusammengelegt und gemeinsam ummauert. Die Unabhängigkeitsbestrebungen der Kasseler Bürger wurden 1384 von Landgraf Hermann gebrochen, der energisch seine landesherrliche Stadtherrschaft durchsetzte.
Mittelalterliche Sehenswürdigkeiten: Brüderkirche (ehemals Karmeliter-Klosterkirche; "reduzierte" Hallenkirche: ein Seitenschiff ist eingespart; 1292-1376); Kasseler Dom (ehemalige Pfarrkirche der "Freiheit"; um 1343 begonnen, 1462 geweiht; nach Zerstörung im 2. Weltkrieg und Wiederaufbau nur in Teilen erhalten).