Klosterburgen

Aus Mittelalter-Lexikon
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Klosterburgen. Klöster wurden zum Schutz ihrer Insassen und des Klosterguts sowie als Zuflucht für die umwohnenden Landleute als umwehrte Stätten erbaut, die i.a. nur marodierenden Banden, nicht aber kriegsmäßiger Belagerung standhalten konnten. Dazu waren nur die Klosterburgen im Stande, die nach dem Befestigungsrecht angelegt worden waren (z.B. die Abtei Pfäfers in Rätien) oder die ursprünglich als Ritterburg erbaut und später einem Mönchsorden als Kloster überlassen worden waren wie z.B. Großcomburg (bei Schwäbisch Hall), Burg Kastl im oberpfälzischen Lauterachtal, Limburg an der Haardt (bei Bad Dürkheim), Melk an der Donau, Siegburg bei Köln, St. Paul im Lavanttal, Banz am Obermain oder die Südtiroler Burgen Gries (bei Bozen), Säben (im Eisacktal) und die Sonnenburg (im Pustertal). Typisch für Klosterburgen ist, dass die Kirche und der sie umgebende Platz von den Konventsgebäuden schützend umringt sind, und dass – bei Gipfelburgen – die Klostertrakte wehrhaft den Rand des Bergrückens beherrschen. Als besonders schönes Beispiel einer Klosterburg sei das Coelestinerkloster in der Leipaburg auf dem Oybin im Zittauer Bergland genannt. Die Burg entstand im frühen 13. Jh., das Kloster wurde1369 durch Karl IV. gegründet und bestand neben den weiterhin als Wehrbauten genutzen Teilen der Anlage bis ins 16. Jh. Viele der Bauten sind als Ruinen erhalten; besonders interessant ist die gotische Klosterkirche, 1384 durch den Prager Erzbischof geweiht. Die Südwand der hohen einschiffigen Hallenkirche ist aus dem anstehenden Sandsteinfels gehauen.