Konrad II.

Aus Mittelalter-Lexikon
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Konrad II. (um 990-1039). Urenkel Konrads d. Roten v. Lothringen, der in der Ungarnschlacht auf dem Lechfeld (955) gefallen war, und dessen Frau Liudgard, der Tochter Ottos I. d. Gr. Wurde von der Mehrheit der dt. Stammesfürsten zum König gewählt (1024) und durch Aribo, den Erzbischof von Mainz, gesalbt und gekrönt. Auf seinem Krönungsritt durch die dt. Gaue schlug er feindliche Bestrebungen nieder, zwang seine sächs. und lothringischen Gegner zum Gehorsam. Konrad wurde 1026 in Mailand zum König von Italien und Ostern 1027 in Rom zum Kaiser gekrönt, unterdrückte einen Aufstand der Bürger Roms, festigte seine Herrschaft in Unteritalien (Capua, Benevent, Salerno) und kehrte nach Deutschland zurück, um sich einem Aufstand seines Stiefsohnes, des Herzogs Ernst von Schwaben zu stellen. Dieser hatte sich zur Durchsetzung seiner Erbansprüche auf Burgund mit dem Polenherzog Mieszko verbündet. Ernst fiel im Kampf gegen kaiserl. Truppen (1030), Mieszko musste die Lehnsabhängigkeit von der dt. Krone anerkennen (1033), und Pommern, Lausitz und große Gebiete zwischen Weichsel und Bug abtreten. Im gleichen Jahr wurde Konrad aufgrund der Verträge Heinrichs II. und der verwandtschaftlichen Beziehungen seiner Frau Gisela zum König von Burgund gewählt, das Königreich Burgund wurde in den Reichsverband aufgenommen. 1035 verlobte Konrad seinen Sohn, den er schon als Achtjährigen (1026) zu seinem Nachfolger bestimmt hatte und 1028 als Heinrich III. zum König hatte krönen lassen, mit Gunhild, der Tochter des mächtigen Königs Knut d. Gr. von Dänemark; die Mark Schleswig wurde an Dänemark abgetreten, Nordgrenze des Reiches wurde die Eider. Auf dem Rückweg von seinem zweiten Italienzug (1037) erkrankte Konrad und mit ihm ein Teil seines Heeres und seiner Gefolgschaft an einer Seuche. Konrad starb in Utrecht (1038), und wurde in dem unter seiner Herrschaft begonnenen Dom zu Speyer beigesetzt.