Koriander

Aus Mittelalter-Lexikon
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Koriander (lat. coriandrum, v. grch. koriandron = Wanzenkraut, wegen des an den penetranten Gestank der Baumwanzen oder Stinkkäfer gemahnenden Geruchs der frischen Pflanze; zoolog. Coriandrum sativum). Einjährige, krautige Pflanze aus der Familie der Doldenblütler. Sie ist in Nordafrika und Vorderasien beheimatet, wächst wild und wird wegen ihrer Früchte kultiviert: zweiteiliger Kügelchen von 2,5 – 5 mm Durchmesser.
Der K. zählt zu den ältesten Gewürzen und findet Erwähnung im Alten Testament und in ägyptischen Papyrusschriften. Die alten Griechen und Römer benutzten ihn als Medizin.
Die ausgereiften Früchte verlieren beim Trocknen ihren unangenehmen Geruch und verströmen stattdessen ein angenehmes, mild-würziges Aroma. Ihre wichtigsten Inhaltsstoffe sind ätherische Öle, Gerbstoffe, Eiweiß und Vitamin C.
In der Klostermedizin benutzte man K. gegen Verdauungsbeschwerden und „aufsteigende Dämpfe“, i.e. heftges Aufstoßen (Zit. nach J. G. Mayer). Das Kräuterbuch „Macer floridus“ (~840 - ~1100) ziriert den spätantiken grch. Arzt Galenus mit dessen Ansicht, der K. sei kühlend und trocknend, er vertreibe Band- und Spulwürmer und verfestige den Durchfall. Nach anderen Autoren vertreibe er das Dreitagefieber, wenn man drei Körner einnehme oder wenn man frisch gepflücktes K.-Kraut unter das Kopfkissen des Kranken lege, und er unterdrücke den Mpnatsfluss. Schädlich, sogar tödlich könne jedoch „unausgesetzter Genuss“ sein.