Kumanen

Aus Mittelalter-Lexikon
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Kumanen (auch Komanen, Kyptschaken, Polowzer [Polowezer], Uzen oder Kuni). Ein kriegerisches, turkstämmiges, heidnisches Reitervolk aus dem Steppenland um den kaukasischen Fluss Kuma. Sie fielen im 11. Jh. in Ungarn ein, konnten jedoch besiegt werden; während ein Großteil der kumanischen Horden fliehen konnte, wurde ein anderer Teil christianisiert und ließ sich in Ungarn nieder. Die Hauptmacht der Kumanen unterlag in der ersten Hälfte des 13. Jh. - mit den Russen verbündet - den Mongolen. Die Überlebenden flohen nach Ungarn, wo sie von König Bela IV. östlich der Theiß (Groß-Kumanien) und zwischen Theiß und Donau (Klein-Kumanien) angesiedelt wurden. Lange Zeit blieben sie ihren heidnischen Gebräuchen und ihrer nomadischen Lebensweise treu, bie sie endlich um 1350 in einem von Papst Nikolaus IV. ausgerufenen Kreuzzug blutig christianisiert und sesshaft gemacht wurden.
Kumanische Reiterscharen verbreiteten ob ihres als hässlich empfundenen Äußeren der Krieger und ob ihrer wendigen Kampfesweise zu Pferd und mit Pfeil und Bogen Schrecken bei ihren Gegnern. Obgleich nicht christlichen Glaubens, fochten sie auf Seiten der Byzantiner, Russen, Ungarn und Rudolfs von Habsburg (Schlacht von Dürnkrut, 1278).