Lamm

Aus Mittelalter-Lexikon
Wechseln zu: Navigation, Suche

Lamm (mhd. lamp, lam; lat. agnus). Jungtier der Schafe, auch Saug- oder Milchlamm, Alter 2 – 6 Monate. Seines zarten, hellen Fleisches wegen als Schlachttier beliebt, im Islam und Judentum (AT) eben wegen seiner Fleischqualität als würdiges Opfertier ausersehen. Im Christentum den Schriften des Paulus zufolge (Kor. 5,7: „als unser Paschalamm ist Christus geopfert worden“) ein Symbol Christi („agnus Dei“), der unschuldig und stellvertretend für die sündhafte Menschheit den Opfertod erlitten hatte („agnus Dei, qui tollis peccata mundi“). Auch Johannes spricht vom Lamm Gottes (Joh. 1,29, Offenbarung 4,2-10). Die Symbolik wird noch dadurch vertieft, dass der Kreuzestod zu der Stunde eintrat, zu der die Pessach-Lämmer geschlachtet wurden und dadurch, dass die weiße Farbe des Tieres für Unschuld und Reinheit steht. Zur Osterzeit war es Brauch, Gebildbrote in Form eines Lammes zu backen. In der christl. Ikonographie wird das Lamm seit der Spätantike häufig dargestellt, meist flankiert von einem Stabkreuz oder einer Siegesfahne mit dem Kreuzeszeichen. In der kathol. Messliturgie hat die Agnus-Dei-Litanei seit dem FMA. einen prominenten Platz während der Eucharistie-Feier. Agnus-Dei-Amulette in Wachs wurden mit und ohne kirchliche Sanktionierung als Apotropäum ausgereicht.
Im Aberglauben galt der Angang eines Lammes als Glückszeichen. - Neben der Taube war das Lamm das einzige Tier, in dessen Gestalt Hexen oder der Satan nicht auftreten konnten.