Landschaftsmalerei

Aus Mittelalter-Lexikon
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Landschaftsmalerei. Gegenstand ma. Kunst waren zuallererst Figuren und Geschehnisse der Glaubenswelt. Die Darstellungsweise war "übernatürlicher" Wirklichkeit verpflichtet, d.h. der Künstler begriff die Dinge der realen Welt als Symbole einer zugrundeliegenden göttlichen Ordnung. Architektur- und Naturdarstellungen finden sich daher nur zur Versinnbildlichung eines Handlungsortes, werden in der Buch- und Wandmalerei nur formelhaft angedeutet und fehlen in der Glasmalerei fast gänzlich. Während die religiöse Kunst weiter am Primat der Idee gegenüber der Realität festhält, wendet sich die profane Kunst im SMA. dem Alltäglichen, Natürlichen zu. Miniaturisten erhalten Aufträge für weltl. Bücher, in denen sie die Tätigkeiten des Menschen in seiner Umwelt wirklichkeitsgetreu abbilden (z.B. Stundenbuch der Brüder von Limburg). Im 14./15. Jh. gewinnt die zunehmend realistische Darstellung der Landschaft auch in der ®Tafelmalerei an Glaubhaftigkeit, sie steht jedoch immer in einem symbolischen Bezug zu der jeweiligen Szene. Die Gebrüder van Eyck gelten als Bahnbrecher der Überwindung ma. Flächigkeit zugunsten naturalistischer Raumtiefe. In ihrer Nachfolge stehen Konrad Witz (der die erste bestimmbare Landschaft gemalt hat), Lukas Moser, Stefan Lochner und Michael Pacher.