Lapislazuli

Aus Mittelalter-Lexikon
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Lapislazuli (mhd. lazurstain, lasurstein; lat. lazurum ultramarinum, zu mlat. lasurium = blau, v. pers. lazhward = blau; auch Lasurstein, Lasurit). Sprödes, undurchsichtiges, leuchtend blau glänzendes Mineralgemisch mit goldglänzenden Einsprengseln (Pyrit), seit alters als Schmuckstein geschätzt und durch Fernhändler aus den Hochtälern des Hindukusch (im heutigen Nord-Afghanistan) über Persien und Syrien in den Mittelmeerraum eingeführt. Die Ägypter der Pharaonenzeit nutzten als Schmuckstein, nicht zuletzt als kostbare Grabbeigabe. Wie sie gebrauchten Perser und Römer mit Öl angerührtes Lapislazuli-Pulver als Augenschminke. Die Bibel erwähnt L. als einen der zwölf Schmucksteine auf Aarons Brustschild. Griechische uind römische Naturkundler wie Theophrastos (371 – 287 v.u.Z.) und Plinius d. Ä. (24 – 79 u.Z.) kannten das Mineral unter Namen wie Saphir oder Cyanit. Im MA. schätzte man ihn nicht nur wegen seiner schmückenden Qualität sondern auch als Heilstein und zur Herstellung blauer Farbe für die Tafel-, Miniaturen- und Schriftenmalerei. (Azzurium ultramarinum, Ultramarin; der Name rührte daher, dass L. von jenseits des Meers/Mittelmeers kam.) Das Pigment war äußerst wertvoll, was neben dem hohen Rohmaterialpreis dem langwierigen Herstellungsprozess zu danken war: ein Kilogramm Stein ergab nach einer Bearbeitungszeit von einem halben Jahr lediglich ca. 40 Gramm Ultramarin. (
Der Naturwissenschaftler Konrad von Megenberg schreibt in seinem „Buch der Natur“, die Einnahme von gepulvertem Lasurstein sei gut gegen Melancholie, Vier-Tage-Fieber und „von der schwarzen Galle herrührende Ohnmachten“ (HdA). In der Volksmedizin galt L. auch als Potenzmittel.