Lechfeldschlacht

Aus Mittelalter-Lexikon
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Lechfeldschlacht. "Die erste deutsche Nationalschlacht gegen einen auswärtigen Feind" (H. Delbrück). Die Bezeichnung „Schlacht auf dem Lechfeld“ hat sich erst im 19. Jh. herausgebildet. Das Wort Lechfeld findet sich allerdings schon in der Lebensbeschreibung des Bischofs Ulrich von Augsburg, der 923 bis 973 amtete. Die jüngere Forschung nimmt an, dass die Schlacht auf einem Gebiet östlich des Lech stattfand, das sich von einer Linie zwischen Thierhaupten im Norden und Augsburg im Süden bis etwa 50 km nach Osten erstreckt. Das Haupttreffen der wahrscheinlich aus mehreren Kämpfen bestehenden Schlacht fand am Tag des hl. Laurentius, dem 10. August des Jahres 955 statt. Die Ungarn fochten unter dem Feldherrn Bulksu, der zwischen 945 und 948 in Konstantinopel getauft worden war und schon 954 einen verheerenden Einfall bis nach Nordwestfrankreich verübt hatte. Wie Kaiser ®Otto I. war Bulksu auf eine Entscheidungsschlacht aus. Die Zahl der ungarischen Kämpfer wird mit 100.000 angegeben, worunter jedoch nur „eine große Menge von Kriegern“ zu verstehen ist. Wahrscheinlich fochten auf beiden Seiten jeweils weniger als 10.000 Mann. Unter Otto standen Streitkräfte aus allen Teilen des ostfränkisch-deutschen Reiches einschließlich Böhmens; kaum jedoch Sachsen, die zur Abwehr der Wenden in der Heimat geblieben waren und keine Lothringer, die zur Sicherung der Rheinübergänge abgestellt waren. Am Morgen des 10. August hatte Otto gelobt, dem Tagesheiligen Laurentius in Merseburg einen Bischofssitz einzurichten, wenn Christus auf dessen Fürbitte hin den Sieg gewährte (so in der Chronik Thietmars von Merseburg). Nach schwerer, blutiger und lange unentschiedener Schlacht, in der auch viele der Großen ihr Leben ließen, wandten sich die Ungarn zur Flucht. Die gefangenen ungarischen Führer wurden als Friedensbrecher schimpflich gehenkt. Die Zeit der ungarischen Raubzüge war beendet, Ungarn wurde bald als christliche Monarchie in die abendländische Ökumene aufgenommen. 968 löste Otto sein Gelübde ein und machte Merseburg zum Bischofssitz.
(s. Magyaren)