Leihezwang

Aus Mittelalter-Lexikon
Wechseln zu: Navigation, Suche

Leihezwang. Eine nicht schriftlich niedergelegte aber seit 1180 de facto wirksame lehnsrechtliche Bestimmung besagte, dass der König ein erledigtes Kronlehen längstens über Jahr und Tag selbst halten durfte. Danach hatte er es wiederzuverleihen, auch wenn kein persönlicher Anspruch – etwa der eines Erben – bestand. Diese Bestimmung hat zur territorialen Zersplitterung des Reiches beigetragen. Dazu kam, dass sich die Reichsfürsten nicht an den Leihezwang gebunden fühlten und durch rücksichtslose Anwendung des Heimfallsrechtes ihre Territorien aufbauten.
(s. Feudalismus)