Ludwig IV. der Heilige

Aus Mittelalter-Lexikon
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Ludwig IV. der Heilige (Landgraf von Thüringen und Pfalzgraf von Sachsen; 1200 – 1227). Sohn Hermanns I., Landgraf von Thüringen und Pfalzgraf von Sachsen aus dem Geschlecht der ®Ludowinger. Als Nachfolger seines 1217 verstorbenen Vaters wurde er sogleich in kriegerische Auseinandersetzungen mit Erzbischof Siegfried II. von Mainz verwickelt, die erst durch König Friedrich II. auf dem Hoftag zu Frankfurt (1220) beigelegt wurden. 1221 heiratete er ®Elisabeth, die Tochter König Andreas´II. von Ungarn, die ihm schon 1211 als Vierjährige zur Braut gegeben worden war. Seine Bemühungen um die Besitzstandssicherung und -erweiterung im Interesse seines Neffen und Mündels Heinrich von Meißen und sein Eintreten für die Belange des Reichs brachten ihm die Eventualbelehnung mit den Marken Meißen und Lausitz durch Kaiser Friedrich II. ein. 1227 schiffte er sich zur Teilnahme am Kreuzzug Friedrichs in Brindisi ein. Nach kurzer Seereise starb er auf dem Schiff nahe Otranto an einer unter den Kreuzfahrern grassierenden Seuche. Seine Gebeine wurden in das Familienkloster Reinhardsbrunn überführt. Obwohl von der Kirche nicht kanonisiert, wurde er – wohl auch wegen seiner heiligmäßigen Gattin – schon bald als Heiliger verehrt. Ludwigs Sohn Hermann II. starb 1241 ohne Nachkommen zu hinterlassen. Seine Tochter Sophie heiratete Herzog Heinrich II. von Brabant; ihr Sohn Heinrich begründete die Linie der Landgrafen von Hessen aus dem Hause Brabant. Ludwigs Bruder ®Heinrich Raspe wurde von Kaiser Friedrich mit der Landgrafschaft Thüringen belehnt. Mit dessen Tod erlosch 1247 die Dynastie der ludowingischen Landgrafen von Thüringen.