Lutizen

Aus Mittelalter-Lexikon
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Lutizen (Liutizen). Westslaw. Stammesverband im östl. Mecklenburg, in Vorpommern und im Havelland, hervorgegangen aus den älteren Großstämmen der Wilzen und Ranen. Den Verband bildeten folgende Stämme: die Kessiner (Chizziner), die Circipaner, Tollenser und Redarier. Während der Blütezeit des Bundes zwischen 983 und 1068 erhoben sich die Lutizen gegen die Oberherrschaft polnischer und deutscher Landesherren. Sie überschritten zusammen mit den ®Obotriten die Elbe, wurden von den Sachsen besiegt, konnten jedoch ihre Freiheit zunächst noch bewahren. Nach der Zerstörung ihres – bis heute nicht lokalisierten – politischen und religiösen Zentrums Rethra (1147) gingen sie in der Gesellschaft der dt. Kolonisten auf. Das Land kam an die Markgrafen von Brandenburg und an die Fürsten von Mecklenburg, die es dem Reich einfügten.