Luxemburg

Aus Mittelalter-Lexikon
Wechseln zu: Navigation, Suche

Luxemburg. Am Rande der Hochfläche über dem tiefeingeschnittenen Tal der oberen Alzette hatten schon ein kelt. oppidum, eine röm. Siedlung und das namensgebende fränk. Kastell Lucilinburhuc (Lützelburg) gelegen, ehe 963 der dt. Ritter Siegfried, Sohn des im Mittelmoselraum beheimateten Grafen Wigerich (gest. um 917), an deren Stelle eine Burg errichtete und von Otto I. mit dem Grafenamt beliehen wurde. Sein unmittelbarer Lehnsherr war Bruno, der Bruder des Kaisers, Erzbischof von Köln und Herzog von Lothringen. Siegfrieds Nachkommen nutzten als Grafen von Luxemburg den Niedergang der Herzogsmacht, um die eigene Stellung zu festigen. Sie stiegen im 12. Jh. in den Reichsfürstenstand auf und wurden zu einer der einflussreichsten Dynastien des Deutschen Reiches, aus der bis zum 15. Jh. dt. Könige und Kaiser hervorgingen (Heinrich VII., Karl IV., Wenzel, Sigismund). 1354 wurde die Grafschaft durch Kaiser Karl IV. zum Herzogtum erhoben, kam nach dem Tod des letzten Luxemburgers Sigismund (1437) an die Herzöge von Burgund (1441) und am Ende des MA. an die Habsburger (1477). Das Hzgtm. Luxemburg erstreckt sich von den Ardennen bis zum lothringischen Stufenland, wird im Osten von den Weinbaugebieten der Mosel und der Sauer umschlossen und ist in die unterschiedlichen Landschaften des nördl. Ösling (auch Islek oder Eisling, ca 30 % der Landesfläche, Waldgebiet) und des südl. Gutlandes (Bon Pays, Acker- und Weideland) gegliedert.