Luzern

Aus Mittelalter-Lexikon
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Luzern. Am Ausfluss der Reuß aus dem Vierwaldstätter See entstand im 8. Jh. neben dem Benediktinerkloster St. Leodegard eine kleine Fischersiedlung, die im 10./11. Jh. aufgrund ihrer günstigen Lage am Handelsweg zwischen Deutschland und Italien wuchs und zu Wohlstand kam, und um 1175 das Stadtrecht erlangte. 1291 wurde die Stadt gegen den Willen der Einwohner von den Murbacher Äbten, die bis dahin als wenig bedrückende Stadtherren geamtet hatten, an Rudolf I. v. Habsburg verkauft und dadurch in die Auseinandersetzungen zwischen Habsburg und den Eidgenossen hineingezogen. Durch den Morgartenkrieg wurden sie vom Gotthardverkehr abgschnitten. 1332 schloss sich Luzern dem Aufstand der Schweizer Kantone gegen die Habsburger an, erlangte nach der siegreichen Schlacht von Sempach (1386) seine Unabhängigkeit und wurde Hauptstadt des gleichnamigen Kantons, dessen Umfang durch Eroberung habsburgischer Länder, durch Ankauf und Verträge vergrößert wurde.