Mappae clavicula

Aus Mittelalter-Lexikon
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Mappae clavicula (kleiner Schlüssel zur Malkunst). Im 9./10. Jh. in einem nordfranz. oder deutschen Kloster in Anlehnung an ägyptische und griechische Texte entstandenes anonymes naturwissenschaftlich-technisches Kompendium. Es enthält Handwerkliches und Okkultes nebeneinander, so Anleitungen zur Herstellung von Beschreibstoffen aus Pergament und Textilien, zur Malkunst (besonders zur ®Buchmalerei), zur Bereitung von Malfarben, sowie Rezepte zu magisch-metallurgischen Verfahren und zur Goldmacherei; hierfür nennt es in kryptischen Formeln magische Zutaten, z.B. Erde vom Mond, Galle vom Rind, Blut vom Schwein.
Das Werk wurde unter demselben Titel bis ins 12. Jh. immer wieder abgeschrieben und erweitert.