Martin Schongauer

Aus Mittelalter-Lexikon
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Schongauer, Martin (um 1450 - 1491). Der Sohn eines Goldschmiedes aus Augsburg war ursprünglich für eine Klerikerlaufbahn bestimmt, durfte dann jedoch eine Malerausbildung beginnen und ließ sich nach seiner Wanderzeit, während der er in die Niederlande, nach Burgund und Spanien gekommen war, 1471 in Colmar nieder. Dort betrieb er eine äußerst produktive Werkstatt, deren Werke ihm schon zu Lebzeiten weitreichende Bekanntheit und Anerkennung einbrachten. Besonders seine 115 signierten Kupferstiche fanden Verbreitung und wirkten in ganz Europa stilbildend. Gemäß seiner zeichnerischen Ausbildung in der Goldschmiedewerkstatt seines Vaters entwickelte Schongauer Details nicht aus der Farbe, sondern von der Linie her. Sein Sinn für Bildgestaltung, seine harmonischen, klaren Formen und Farben, die Einbindung burgundischer Eleganz und niederländischen Realitätssinnes machen die Kunst Schongauers zum letzten Gipfel spätgotischer deutscher Malerei. Von seinem malerischen Schaffen haben sich nur wenige Werke erhalten, so die "Madonna im Rosenhag" (1473; St. Martin, Colmar); die Flügel des kurz danach entstandenen sog. Orliac-Altars (Musee d'Unterlinden, Colmar); zwei Darstellungen der "Hl. Familie" (Alte Pinakothek, München und Kunsthistorisches Museum, Wien); "Anbetung der Hirten" (um 1475 - 80; Stiftung preußischer Kulturbesitz, Berlin).