Milchstraße

Aus Mittelalter-Lexikon
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Milchstraße (Lehnübersetzung des 17. Jh. von lat. via lactea; auch Galaxis v. mlat. Galaxia. Je nach Landschaft und Deutung auch Karlsweg, Marien-, Gottes-, Jesus- oder Romweg, Weg nach Jerusalem, Jakobsstraße usf.). Im FMA. erklärten Wissenschaftler das Phänomen des das Himmelsgewölbe überspannenden Sternenbandes nach der Lehre des Macrobius, der es für eine Ansammlung von Sternenhitze hielt. Eine weitere Theorie besagte, dass die Milchstraße die leuchtende Spur der Sonne sei, welche sie auf ihrer Bahn hinterließ. Im 13. Jh. gewann die aristotelische Ansicht Gewicht, dass die Milchstraße aus einer Anhäufung von trockenen und brennbaren Dämpfen in den oberen Schichten der sublunaren Region bestünde, welche durch das Licht der darüber stehenden Sterne zum Leuchten angeregt würden. Albertus Magnus ordnete die Milchstraße der Fixsternsphäre zu, weil sie ihre Position am Sternenhimmel beibehielte. Diese Theorie wurde durch Dietrich von Freiberg unterstützt durch die Beobachtung, dass die Milchstraße – anders als die Himmelskörper der Planetensphären – keine Parallaxeneffekte aufweist.
Im Volksglauben gab es viele Legenden um die Herkunft der Milchstraße (basierend auf germanischem, antikem und christlichem Gedankengut) und entsprechend viele Bezeichnungen.