Minderstadt

Aus Mittelalter-Lexikon
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Minderstadt (zu mhd. minner, minre, minder = kleiner an Größe, geringer an Zahl, Wert oder Macht; auch Marktflecken). Bezeichnung einer größeren Ortschaft, deren Einwohner landwirtschaftliche und handwerkliche Erzeugnisse an das Umland und an größere Städte lieferten. Sie wurden häufig als Markt (mhd. market) oder Flecken (mhd. vlec) bezeichnet und hatten verglichen mit „Vollstädten“ eingeschränkte (geminderte) Stadtrechte, deren wichtigstes das Marktrecht war. Innerhalb des breiten Spektrums unterschiedlicher sma. Siedlungen war der Typus nicht klar umrissen; so unterschieden sie sich von größeren Dölrfern durch das Marktprivileg und von Städten dadurch, dass sie nicht befestigt werden durften. Zum Teil waren sie privilegiert, einen Magistrat und einen Bürgermeister zu wählen und manche von ihnen wuchsen zu Vollstädten heran.
(s. Marktrecht)