Minze

Aus Mittelalter-Lexikon
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Minze (mhd. minze, minz; mentha; mlat. mintha; botan. Art: Mentha arvensis/Ackerminze). Artenreiche Gattung aus der Familie der Lippenblütler, verbreitet in den gemäßigten Zonen vor allem der Nordhalbkugel, bevorzugt auf feuchten und nährstoffreichen Böden wachsend. Die mehrjährige krautige Pflanze enthält in ihren Laubblättern Gerbstoffe, Flavonoide und vor allem das ätherische Öl Menthol, wegen dessen kühlender, krampflösender, durchblutungsfördernder und entzündungswidriger Wirkung sie schon in der Antike als Heilpflanze kultiviert wurde. Dioskurides empfiehlt eine Kulturform der Minze als innerliches Mittel gegen Brechreiz und Blutspeien, sowie als Aphrodisiacum und – als Umschlag – bei Abszessen. Plinius nennt als weitere Heilanzeigen Kopfgrind, Verstauchungen, Brüche, Atemnot, Durchfall und Gicht. Im MA. lebt die Beliebtheit der Minze als Heilkraut weiter, ihr Anbau wird im „Capitulare de villis“ (8. Jh.) sowie im „St. Gallener Klosterplan“ (um 820) erwähnt. In dem Kräuterbuch „Macer Floridus“ (um 840 – um 1100) wird ihre Qualität als trocknend und wärmend im zweiten Grad eingestuft. Als Trunk genossen fördert Minze die Verdauung, stärkt den Magen, lindert Brechreiz und treibt Spulwürmer ab. Mit dick gekochtem Most eingenommen wirke sie wehenverstärkend, mit Minzsaft getränkte und vaginal eingeführte Wollzäpfchen verhinderten die Empfängnis. Gegen Schmerzen wirke Minze mit Honig gemischt und in den Gehörgang eingeträufelt.
(Die Pfefferminze ist Ende des 17. Jh. spontan aus einer Kreuzung anderer Minzen-Arten entstanden (Bastard). Ihre Blätter wurden weiterhin zu Heilzwecken verwendet, hauptsächlich bei Störungen des Verdauungs- und des Atmungstraktes.)