Mont-Saint-Michel (Kloster)
Mont-Saint-Michel. Auf einer 78 m hohen Granitinsel vor der Küste der Normandie entstand um 700 über einer alten keltischen Totenstätte – angeregt durch eine Erscheinung des ®Erzengels Michael – eine Wallfahrtskirche, die ebendiesem kämpferischen Engel gewidmet war. Hierher wurden im Jahre 708 Reliquien vom Michaelsheiligtum auf dem Monte Gargano gebracht, worauf eine lebhafte Wallfahrt einsetzte. 966 errichteten normannische Mönche ein festungsartiges Benediktinerkloster, das zu einem bedeutenden Zentrum der Geistlichkeit und besonders im 11./12. Jh. zu einem vielbesuchten Ziel von Pilgern aus ganz Europa wurde. Während dieser Zeit entstand auf der höchsten Spitze des Berges die siebenjochige Kirche Notre Dame sous Terre, die Ende des MA. einen spätgot. Chor erhielt. Darunter liegen in mehreren Stockwerken rings um den Bergkegel die Klostergebäude und Befestigungsanlagen. Die Klostergebäude als Ganzes gleichen einem dem Berg umgelegten Mantel mit der Kirche als Kapuze. Während des Hundertjährigen Krieges hielt sich der Mont-St.-Michel als einziges Widerstandsnest der Normandie gegen den Ansturm der Engländer.
Um 1450 wurde eine große Knabenwallfahrt aus Deutschland zum Mont-Saint-Michel veranstaltet.