Moos

Aus Mittelalter-Lexikon
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Moos (mhd. mos = Sumpf, Moor; lat. muscus). Flach wachsende grüne Sporenpflanzen, deren zahlreiche unterschiedliche Arten vom Volk nicht weiter unterschieden wurden; häufig wurden auch gewisse Flechten und kleine Farnarten den Moosen zugerechnet.
In der Volksmedizin waren Moose von Kirchofsmauern oder von Totenschädeln („Muscus cranii humani“, am wirksamsten vom Schädel eines Armen Sünders) als blutstillendes Mittel begehrt. Weitere Heilanzeigen waren Hautausschläge (Krätze, Ekzeme) und Geschwülste. Als Zubereitungsformen kannte man Pulver (zum Aufstreuen und zum Einnehmen) und Salben, die aus getrocknetem und zerriebenem Moos hergestellt waren.
Da getrocknetes Moos angenehm weich und von großer Saugfähigkeit ist, wurde es im MA. als Wundkompresse, als Windeleinlage und zur Reinigung nach dem Abortgang benutzt.