Motte

Aus Mittelalter-Lexikon
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Motte (frz., = kleiner Hügel). Im fma. Europa, besonders in Frankreich, häufig angelegter künstlich aufgeschütteter Hügel als Standort eines hölzernen Wohnturms. Wegen der mangelhaften Tragfähigkeit des künstl. Erdhügels konnten darauf nur Holzbauten, keinesfalls größere Steintürme errichtet werden. Das Erdreich, aus dem der Hügel bestand, wurde rings um diesen ausgehoben, wodurch ein Ringgraben als zusätzlicher Schutz entstand. Die den Turmhügel umgebende Freifläche dürfte mit Wirtschaftsgebäuden (Stallungen, Magazinen, Unterkünften) bestanden und mit einer Palisade umgeben gewesen sein. Bildliche Darstellungen dieses Befestigungstyps finden sich auf dem Teppich von Bayeux (s. Bildteppiche). Der westeuropäischen Motte dürfte der mitteleuropäische ®Hausberg entsprochen haben.