Nebelbilder

Aus Mittelalter-Lexikon
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Nebelbilder. Wenn bei tiefstehender Sonne, also morgens oder abends, ein Beobachter zwischen dieser und einer Nebelwand steht und sein Schatten auf deren Front projiziert wird, so erscheint er schwebend, vergrößert und bewegt, selbst wenn der schattenwerfende Betrachter selbst still steht. (Der Eindruck von Bewegung wird durch Luftströmungen verursachr, welche die Nebelfront verformen.) Bei hoher Luftfeuchte erscheint das Nebelbild von einem farbigen Hof (Halo) umgeben, der durch Brechung des Lichts an der Oberfläche der Wassertröpfchen entsteht.
Dieses unheimliche Phänomen der Optik dürfte zur Sage vom Brockengespenst und vom Hexentanz auf dem Brocken (Blocksberg, Harz) geführt haben, gibt es doch dort mit über 300 Nebeltagen eine optimale Chance für das Zustandekommen des genannten Effekts.(Selbstverständlich erscheinen Nebelbilder bei passender Wetterlage auch auf anderen Anhöhen. - In einem "Münchener Nachtsegen vom Anfang des 14. Jh. und in einem Beichtbuch von Ende des gleichen Jh. wird der brochelsberg/brokesberg/Brocken bereits als Versammlungsort von Unholden und Hexen erwähnt.)
(s. Hexenritt)