Nelke

Aus Mittelalter-Lexikon
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Nelke (mhd. negelkin, negellin = kleiner Nagel, Nägelchen; lat. Gariofilum; bot. Syzygium aromaticum). Der Name „Nelke“ für das aus Madagaskar und Sansibar stammende Gewürz kommt vom mhd. negelkin = kleiner Nagel, womit auf die nagelähnliche Form hingewiesen wird. Gewürznelken sind getrocknete, aromatische und süßlich schmeckende Blütenknospen des Gewürznelkenbaumes (Szygium aromaticum). In der ma. Heilkunde wurden Zubereitungen aus Gewürznelke aufgrund ihrer warmen und trockenen Qualität als Aphrodisiacum sowie bei Verdauungs- und Leberbeschwerden empfohlen. Hildegard verwendet sie gegen Kopfschmerz, Schluckauf, Wassersucht und Fußgicht. Dem „Macer floridus“ zufolge stärkt ein wiederholter Trank aus Kuhmilch und pulverisierter Gewürznelke „die Gedächtniskraft des Hirns“.
Im 13. Jh. wurde auch die von Kreuzfahrern aus dem islamischen Orient mitgebrachte Blume (bot. Dianthus) so bezeichnet. Sie wurde vor allem wegen ihres kräftigen, süßlich-würzigen Duftes geschätzt. Eine rote Nelke stand in der Pflanzensymbolik für die reine Liebe, war eine der Symbolblumen Mariens.