Neuss

Aus Mittelalter-Lexikon
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Neuss. 16. v. Chr. wurde an der wichtigen Römerstraße von Köln nach Xanten an der Mündung der Erft ein röm. Legionslager eingerichtet. In dessen Nähe entstand im 1. Jh. n. Chr. die Zivilsiedlung „Novaesium“ (gelegen im Zentrum der heutigen Stadt), aus der im FMA. ein Marktort hervorging. Dieser wurde 881 von den Normannen zerstört. 1190 wird er in einer kaiserlichen Urkunde als Stadt erwähnt. Diese gehörte, wie das im 10. Jh. gegründete Benediktinerinnenkloster (seit 1200 adeliges Damenstift) und das dazugehörige, Anfang des 13. Jh. begonnene Quirinus-Münster, dem Erzbischof von Köln. (Die Gebeine des hl. Quirinus, welcher der Legende nach ein röm. Tribun gewesen ist und unter Hadrian den Märtyrertod erlitten hat, waren im April 1050 feierlich von Rom nach Neuss übertragen worden und fanden ihren Platz in der bereits 1043 dem Heiligen geweihten Stiftskirche. Schon bald setzte ein reges Pilgertum aus den umliegenden Ländern ein.) Im 12. Jh. erfolgte die erste Stadtbefestigung. Die Wirtschaft der Stadt florierte dank dem Handel mit Wein, Vieh, Getreide und anderen landwirtschaftl. Produkten. 1474/75 widerstand die Stadt – vermeintlich dank der Hilfe des Ortsheiligen – einer Belagerung durch Herzog Karl d. Kühnen von Burgund und seinen Verbündeten. Als Anerkennung für die erfolgreiche Verteidigung verlieh Kaiser Friedrich III. Neuss u.a. die Hanserechte, das Münzrecht und das Recht, den goldenen Reichsadler im Wappen zu führen. Der Quirinus-Kult erfuhr weiteren Auftrieb.
Nur wenige ma. Baudenkmäler haben die Zerstörungen des 2. Weltkriegs überstanden: das o.g. Quirinus-Münster (Krypta von 1050/1100, Westbau um 1200, Turm nach 1230) sowie das doppeltürmige Obertor und Reste der Stadtbefestigung (um 1200).