Niello

Aus Mittelalter-Lexikon
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Niello (ital.; v. lat nigellus = schwärzlich; mhd. blachmal, blahmal (eigtl. blackmal) = Schwarzfleck). Zur Verzierung von Metalloberflächen benutzte Technik, die schon im Altertum bekannt war und im MA. (erstmals erwähnt im 9. Jh.) vor allem zur Oberflächegestaltung von silbernen und goldenen Sakralgegenständen diente.
Eine erstarrte Schmelze aus Silber, Kupfer, Blei und Schwefel wurde zu grobkörnigem Pulver zerstoßen, mit Salmiak durchfeuchtet und in Gravurlinien auf Silber-, Gold-, Kupfer-, Bronze- und Messingflächen eingetragen. Nach dem Trocknen der Masse erfolgte das Einschmelzen (über offener Flamme oder im Brennofen) und nach dem Erkalten wurde der überstehende Grat des – je nach Mischung der Metallsulfide – dunkelbraunen, schwarzgrauen oder tiefschwarzen Niello bis auf die Ebene des Rezipienten abgeschabt, mit Bimsmehl geschliffen und mit Leder oder einem Poliertstein poliert.
Für die geschilderte Technik findet sich ein Rezept in den „Mappae Clavicula“ (9. Jh.: „Schwarzes Malen auf einem Goldgefäß, so dass du glaubst, es sei eingelassen“), welches Angaben macht zur Zusammensetzung verschiedener Niellomassen (mit unterschiedlichen Schmelzpunkten), zum Erschmelzen derselben und zum Zerkleinern im Mörser sowie zum Auftragen des Niellobreis und zu dessen Trocknung vor dem Einbrennen. Theophilus gibt in seiner „Schedula diversarum artium“ (12. Jh.) eine ausführliche Darstellung des Niellierens.