Nikolaus von Flüe

Aus Mittelalter-Lexikon
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Nikolaus von Flüe (1417 - 87; „N. von der Flüh“, "Bruder Klaus", hl.) Nikolaus stammte aus einer Bauernfamilie aus Flüeli bei Sachseln im Schweizer Kanton Oberwalden. Er diente zwischen 1439 und 1460 als Landsknecht, Fähnrich und Rottmeister in heimatlichen Truppenkontingenten, sowie als Bürgermeister, Kantons- und Ständerat, bevor er als höchster Richter des Landes angestellt wurde. 1465 legte er sein Amt nieder. Mit dem Einverständnis seiner elfköpfigen Familie zog er sich 1467 als Eremit in die nahegelegen Ranftschlucht zurück. Sein von Askese, Visionen und Erscheinungen erfülltes religiöses Leben brachte ihn zu hohem Ansehen beim Schweizer Volk. Hunderttausende sollen zu dem "lebendigen Heiligen" gepilgert sein, um sich Rat und Trost zu holen. Aufgrund seiner Autorität gelang es ihm 1481, auf der Friedenskonferenz von Stans einen drohenden Bürgerkrieg zwischen den drei Urkantonen abzuwenden und so zum Erhalt der Eidgenossenschaft beizutragen. Dieser Erfolg hat ihn zum "Friedensheiligen", zum Nationalheiligen der Schweiz gemacht; 1947 wurde er heiliggesprochen.