Orden vom Goldenen Vlies

Aus Mittelalter-Lexikon
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Orden vom Goldenen Vlies. Herzog Philipp III. der Gütige von Burgund stiftete 1429 den Ritterorden vom Goldenen Vlies, wahrscheinlich so genannt wegen eines geplanten Türkenkreuzzugs, auf dem Heldentaten hätten vollbracht werden sollen, die denen von Jasons Argonauten ebenbürtig waren. Das Gründungsmotto des Ordens war "zu Ehren der Jungfrau Maria und des Apostels Andreas zur Verteidigung des kath. Glaubens, zum Schutz und zur Verteidigung der Kirche, der Tugenden und guten Sitten". Die Zahl der Ordensritter war ursprünglich auf 31 begrenzt und wurde später auf 61 erhöht. Nach dem Ausschließlichkeitsprinzip des Ordens konnte ein Ritter neben dem Zeichen vom Goldenen Vlies kein weiteres Ordenszeichen tragen. Dieses besteht aus einem goldenen Widderfell (mhd. vlius, vlus; lat. vellus), das durch einen goldenen Ring gezogen ist und beiderseits herunterhängt. Das Abzeichen wurde an einer goldenen Halskette getragen, deren Glieder abwechselnd aus einem funkensprühenden Feuerstein und zwei Feuerstählen bestanden – gemäß der Devise der Herzöge von Burgund: „Ante ferit, quam flamma micet“ („Zuerst der Schlag, dann glänzt die Flamme“). Die Feuerstähle hatten die über Jahrhunderte hinweg übliche Widderkopf-Form.
Nach dem Aussterben der Burgundischen Herzöge ging der Orden auf die spanische Linie der Habsburger über (1477).