Pestarzt

Aus Mittelalter-Lexikon
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Pestarzt. Die medizinische Behandlung der ®Pest beschränkte sich auf vorbeugende Maßnahmen (Aderlass, Diätetik, Krankenisolierung, Leichenbestattung, Beseitigung von Tierkadavern) und auf die Entleerung von Lymphknotenabszessen (Inzision, Schröpfköpfe). Für das eine waren die örtlichen Behörden sowie laikale und geistl. Körperschaften zuständig, für das andere sorgten Wundärzte oder Bader. Dem akademisch ausgebildeten Arzt verblieben Diagnosestellung sowie Empfehlungen für Hygiene und Diätetik. Bei seinen Krankenbesuchen versuchte er, sich vor dem Pesthauch durch einen vor Mund und Nase gehaltenen Schwamm zu schützen, der mit Essig oder Kräutersäften getränkt war. Das Krankenzimmer musste vor dem Arztbesuch gründlich gelüftet worden sein, andernfalls wurde der Patient herausgetragen. Der Körperkontakt mit dem Kranken beschränkte sich auf gelegentliches Pulsfühlen, im Übrigen berührte der Pestarzt seine Patienten mit einer Rute oder einem Stab. Auf die diagnostischen Mittel der Harn- und Stuhlschau wurde auch bei Verdacht auf Pest nicht verzichtet.