Petrus de Crescentiis

Aus Mittelalter-Lexikon
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Petrus de Crescentiis (Pierre de Crescens, Pietro dei Crescentzi; 1230/33 – 1320/21). Sohn einer reichen Bologneser Familie, studierte in seiner Heimatstadt Logik, Recht, Medizin und Naturphilosophie. Nach dem Studium war er in mehreren norditalienischen Städten als Jurist tätig, bevor er sch auf sein Landgut zurückzog um sich ganz seinen Stdien zu Wein- und Gartenbau, Jagd, Fischerei und Landwirtschaft zu widmen. Sein bekanntestes Werk sind die in lateinischer Sprache abgefassten Opus ruralium commodorum libri XII, die zum Teil auf antike Schriften, zum Teil auf eigene Überlegungen zurückgehen. Die für den Landedelmann bestimmte Enzyklopädie wurde um 1305 vollendet und in mehrere Volkssprachen übersetzt, so auch ab der zweiten Hälfte des 15. Jh. ins Deutsche. Sie fand weite Verbreitung und ging erstmals 1471 in Augsburg in Druck. Erhalten sind viele Handschriften und Drucke, die teilweise mit Miniaturen illustriert sind.
Aus einer jüngeren deutschen Übersetzung mit dem Titel „Vom Ackerbaw, Erdtwucher (mhd. wucher, wuocher = Ertrag, Frucht) und Bawleüten“ stammt folgende Inhaltsangabe:
I. Auswahl der Wohnungen, Stätten, Häuser und Höfe
II. Von den Pflanzen
III. Von Äckern und ihren Früchten
IV. Von Weingärten und Weinstöcken
V. Von den Bäumen
VI. Von Gärten und Natur, von der Nutzbarkeit der Kräuter
VII. Von Wiesen und Wäldern
VIII. Von Bäumen und Kräutern und ihren Früchten
IX. Von den Tieren
X. Von den Vögeln und der Jagd
XI. Veränderung und Wiederbetrachtung der Bücher I –X
XII. Kalender der monatlichen Pflichten und Verrichtungen
(s.a. Weinbau)