Philipp der Kanzler

Aus Mittelalter-Lexikon
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Philipp der Kanzler (Philippus Cancellarius Parisiensis, Philipp von Paris, fälschlich Ph. de Greve; ~ 1160 – 1236). Gelehrter Philosoph, Magister der Theologe, Lyriker und Musiker, Kanzler des Domkapitels von Notre Dame in Paris. Er gehörte zu den Kritikern der entstehenden Universitäten, deren Einfluss er als subversiv gegenüber der Macht der Kirche darstellte. Er machte die Studenten verächtlich mit Sprüchen wie: es werde an den neuen Schulen nicht mehr richtig gelernt, weil man die Zeit für die Vorlesungen und Disputationen lieber mit zahllosen Besprechungen und Zusammenkünften vergeudete. Das führe dazu, dass sich die Studenten „nächtens versammelten, bewaffnet umherzögen, in Häuser einbrächen, junge Mädchen und Frauen entführten und sie in frevelhaften Gelagen bedrängten“.
Von seinen Werken seien genannt: „Distinctiones super Psalterium“ („Psalterium Davidicum CCCXXX sermones“; ~1200); „Summa quaestionum theologicarum“ („Summa de bono“; ~1228); Predigtsammlungen (geordnet nach kirchl. Gedenk- und Feiertagen), geistl. Lieder. (In den Carmina Burana sind unter den Titeln „Bonum est confidere“ (CB 26), „Veritas veritatum“ (CB 21) und „Deduc Sion“ (CB 19) Beispiele seiner Lieder überliefert.)