Pilgrim

Aus Mittelalter-Lexikon
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Pilgrim (auch Piligrim; gest. 991). Von der Sippe der bayer. ®Aribonen stammend, im Kloster Niederaltaich erzogen und 971 auf Fürbitte seines Onkels, Erzbischof Friedrich von Salzburg, durch Kaiser Otto I. auf den vakanten Passauer Bischofsstuhl erhoben. Pilgrim unterstützte als loyaler Reichsbsichof Otto II. gegen die aufständischen Herzöge Heinrich d. Zänker von Bayern und Heinrich von Kärnten und erhielt als Gegenleistung einträgliche Privilegien und Zollrechte. Er bemühte sich um den wirtschaftl. und kulturellen Wiederaufbau des Hochstifts nach den verheerenden Raubzügen der Ungarn, um die Reformation des Klosters Niederaltaich (um 990), um die Ansiedlung Deutscher in der Ostmark, sowie um die Missionierung in Ungarn. Er scheiterte bei dem Versuch, Passau durch eigenhändige Urkundenfälschung ("Lorcher Fälschungen") als Rechtsnachfolgerin des spätantiken Erzbistums Lorch (Lauriacum, an der Enns) auszuweisen, das Bistum aus der Salzburger Kirchenprovinz herauszulösen und zu einer unabhängigen Metropole für neuzugründende Diözesen in Mähren und Ungarn zu machen. Im Nibelungenlied ist Pilgrim als Onkel Kriemhilds ein literarisches Denkmal gesetzt.